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Stundensatz Freelancer

Freiberufliche Stundensätze liegen im deutschen Digitalbereich meist zwischen ca. 60 und 140 Euro, bei gefragten Spezialisierungen darüber. Der Satz ist kein Gehalt: Davon gehen Sozialabgaben, Versicherungen, Weiterbildung, Werkzeuge und unbezahlte Zeiten für Akquise und Verwaltung ab. Vergleichbar sind deshalb nur Gesamtschätzungen für eine Aufgabe, keine Stundensätze.

Im deutschen Digitalbereich haben sich grobe Spannen etabliert. Webdesign liegt häufig bei ca. 60 bis 110 Euro, Webentwicklung bei ca. 80 bis 140 Euro, UX-Design bei ca. 90 bis 150 Euro, Online-Marketing bei ca. 70 bis 130 Euro und spezialisierte IT-Beratung bei ca. 90 bis 180 Euro. Diese Spannen bewegen sich je nach Erfahrung, Spezialisierung, Region und Auftragslage. Seltene Kombinationen — etwa Entwicklung plus Branchenkenntnis in Medizintechnik — liegen regelmäßig darüber. Wichtig für die Einordnung: Ein Stundensatz ist kein Stundenlohn. Davon gehen ab: Krankenversicherung, Altersvorsorge, Steuern, Ausfallzeiten, Weiterbildung, Software, Hardware, Versicherungen und die unbezahlte Zeit für Angebote, Buchhaltung und Akquise. Als grobe Orientierung sind bei Selbstständigen häufig nur etwa 60 bis 70 Prozent der Arbeitszeit abrechenbar. Ein Beispiel: Ein Entwickler mit 100 Euro Stundensatz und 1.100 abrechenbaren Stunden im Jahr kommt auf einen Jahresumsatz, von dem nach Kosten und Vorsorge deutlich weniger übrig bleibt, als die Zahl vermuten lässt.

Ein hoher Stundensatz ist nicht teuer, wenn die Person schneller zum Ergebnis kommt. Eine erfahrene Entwicklerin mit 130 Euro, die eine Aufgabe in vier Stunden löst, ist günstiger als ein Anfänger mit 70 Euro, der zwölf Stunden braucht — und ein besseres Ergebnis liefert. Frag deshalb nicht nach dem Stundensatz, sondern nach dem geschätzten Gesamtaufwand für deine Aufgabe. Nur der ist vergleichbar. Warnsignale: Sätze deutlich unter dem Marktüblichen deuten oft auf fehlende Erfahrung, fehlende Absicherung oder eine Kalkulation hin, die nicht trägt. Beides wird für dich zum Risiko, wenn der Dienstleister mitten im Projekt aufgibt. Bei längeren Beauftragungen sind Rabatte auf größere Kontingente üblich, oft im Bereich von fünf bis fünfzehn Prozent.

Neben den genannten Kosten fließen ein: Spezialisierungsgrad, Nachfrage im Markt, Projektdauer, Zahlungsziel und Aufwand für Abstimmung. Manche Freelancer arbeiten mit Tagessätzen statt Stundensätzen. Üblich sind ca. 500 bis 1.200 Euro; das entspricht meist acht Stunden, wobei nicht jede Stunde produktiv ist. Achte auf die Abrechnungseinheit. Minutengenau, viertelstündlich oder auf volle Stunden aufgerundet macht bei vielen kleinen Aufgaben einen spürbaren Unterschied.

Vergleiche Gesamtschätzungen, nicht Stundensätze. Lass dir den Aufwand nach Arbeitspaketen aufschlüsseln. Kläre, ob Abstimmungszeit, Fahrtzeit und Dokumentation abgerechnet werden — hier unterscheiden sich die Gepflogenheiten erheblich. Vereinbare bei Abrechnung nach Aufwand ein Budgetlimit mit Meldepflicht bei Erreichen von achtzig Prozent. Und prüfe bei dauerhafter Zusammenarbeit die Frage der Scheinselbstständigkeit.

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