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Freelancer vs. Agentur

Freelancer arbeiten allein und sind meist günstiger, flexibler und persönlicher erreichbar. Agenturen bündeln mehrere Fachrichtungen, halten Termine verbindlicher und fallen bei Krankheit nicht aus. Die richtige Wahl hängt von Projektgröße, Budget und deinem eigenen Zeitbudget ab. Ein dritter Weg sind eingespielte Freelancer-Teams ohne zentrale Projektleitung.

Ein Freelancer ist eine Einzelperson mit einem Fachgebiet. Eine Agentur ist ein Team mit mehreren Fachrichtungen und einer Organisationsstruktur dahinter. Daraus folgen die Unterschiede. Beim Freelancer sprichst du mit der Person, die auch arbeitet — kurze Wege, keine Übersetzungsverluste. Dafür bist du auf ihre Verfügbarkeit angewiesen: Urlaub, Krankheit oder ein größerer Auftrag können dein Projekt verzögern. Eine Agentur hat mehrere Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und kann Ausfälle auffangen. Dafür zahlst du für Projektleitung und Struktur mit, und zwischen dir und der ausführenden Person steht meist eine weitere Ebene. Ein dritter Weg wird oft übersehen: mehrere Freelancer, die regelmäßig zusammenarbeiten. Ein Gestalter und ein Entwickler als eingespieltes Team liefern häufig Agenturqualität zu niedrigeren Sätzen — allerdings ohne einen Vertragspartner, der die Gesamtverantwortung trägt. Ein Beispiel: Ein Weingut wollte Website und Onlineshop. Eine Freelancerin übernahm Gestaltung und Umsetzung, für die Shop-Anbindung holte sie einen Entwickler dazu. Kostenpunkt spürbar unter dem Agenturangebot — dafür musste das Weingut die Koordination teilweise selbst tragen.

Für einen Freelancer sprechen: klar umrissene Projekte, begrenztes Budget, Wunsch nach direktem Draht, laufende kleine Arbeiten. Für eine Agentur sprechen: mehrere Fachrichtungen, verbindliche Termine, größere Budgets, mehrere Beteiligte auf deiner Seite und der Wunsch, sich um Koordination nicht kümmern zu müssen. Ehrliche Selbsteinschätzung hilft: Wenn du selbst wenig Zeit hast, Dinge zu steuern und Freigaben zu organisieren, ist eine Agentur trotz höherem Preis oft die günstigere Lösung — weil weniger liegen bleibt. Warnsignal in beiden Fällen: fehlende Vertretungsregelung. Frag den Freelancer, was bei Krankheit passiert. Frag die Agentur, wer dein Projekt übernimmt, wenn der Projektleiter wechselt.

Freiberufliche Stundensätze liegen im Webbereich üblicherweise bei ca. 60 bis 120 Euro, Agenturen liegen meist bei ca. 90 bis 160 Euro. Der Unterschied im Gesamtprojekt ist oft geringer als der Stundensatz vermuten lässt: Agenturen arbeiten bei Routineaufgaben durch Spezialisierung und vorhandene Bausteine teils schneller. Kalkuliere deinen eigenen Aufwand mit. Wenn du bei einem Freelancer zehn Stunden mehr Koordination leistest, gehört das in die Rechnung.

Frag in beiden Fällen nach Referenzen mit vergleichbarer Projektgröße und ruf dort an. Beim Freelancer: Wie viele Projekte laufen parallel, wie ist die Erreichbarkeit, gibt es ein Netzwerk für Themen außerhalb des Fachgebiets? Kläre außerdem die Frage der Scheinselbstständigkeit, wenn jemand dauerhaft überwiegend für dich arbeitet. Bei der Agentur: Wer arbeitet konkret, wer ist Ansprechpartner, wie werden Änderungswünsche abgerechnet? In beiden Fällen gilt: Nutzungsrechte, Zugänge und Betreuung nach dem Start gehören schriftlich geregelt.

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