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UX-Design

UX-Design gestaltet die gesamte Nutzungserfahrung eines digitalen Produkts: Abläufe, Struktur und Verständlichkeit. Es fragt, was Nutzer erreichen wollen und wo sie scheitern. Anders als UI-Design geht es nicht um das Aussehen, sondern um das Funktionieren. Fünf Nutzern beim Benutzen zuzusehen bringt mehr als zehn Besprechungen über Geschmack.

UX steht für User Experience, also die Erfahrung, die jemand bei der Nutzung deines Produkts macht. UX-Design sorgt dafür, dass Menschen ihr Ziel erreichen — schnell, ohne Umweg und ohne sich dumm vorzukommen. Die Arbeit beginnt nicht am Bildschirm, sondern beim Verstehen. Wer sind die Nutzer, was wollen sie erreichen, unter welchen Bedingungen? Daraus entstehen Abläufe, Strukturen und erst zuletzt konkrete Oberflächen. Typische Werkzeuge sind Nutzerinterviews, Skizzen der Bedienabläufe, einfache Rohentwürfe ohne Gestaltung und Tests mit echten Menschen. Der wichtigste Grundsatz: Fünf Personen beim Benutzen zuzuschauen bringt mehr Erkenntnis als zehn Meetings über Geschmack. Ein Beispiel: Ein Großhändler stellte fest, dass Kunden ihren Bestellprozess abbrachen. Die Beobachtung zeigte, dass die Kundennummer abgefragt wurde, bevor sichtbar war, warum sie nötig ist. Die Umstellung dieser einen Reihenfolge senkte die Abbrüche deutlich — ohne dass sich am Aussehen etwas änderte.

Wenn Nutzer abspringen, Support-Anfragen sich häufen oder ein Prozess intern als „kompliziert" bekannt ist. Auch bei jedem neuen digitalen Produkt gehört UX an den Anfang, nicht ans Ende. Besonders lohnend ist UX-Arbeit dort, wo viele Menschen dieselbe Aufgabe wiederholt erledigen: Bestellungen, Anmeldungen, Formulare, interne Werkzeuge. Kleine Verbesserungen summieren sich hier schnell. Warnsignale im eigenen Haus: Wenn Mitarbeitende Zettelnotizen neben dem Bildschirm brauchen, um eine Software zu bedienen, ist das ein UX-Problem, kein Schulungsproblem. Wichtig zur Erwartungshaltung: UX-Design macht ein schlechtes Angebot nicht gut. Es beseitigt Hürden, es schafft keine Nachfrage.

Stundensätze liegen in Deutschland üblicherweise bei ca. 90 bis 160 Euro. Ein UX-Check einer bestehenden Anwendung mit Befundliste liegt häufig bei ca. 2.000 bis 6.000 Euro. Ein Nutzertest mit fünf bis acht Teilnehmern kostet meist ca. 3.000 bis 8.000 Euro inklusive Vorbereitung, Durchführung und Auswertung. Konzeptarbeit für ein neues Produkt bewegt sich je nach Umfang im mittleren vier- bis fünfstelligen Bereich. Das Verhältnis lohnt sich fast immer: Ein Konzeptfehler, der in der Skizze zwei Stunden kostet, kostet nach der Programmierung ein Vielfaches.

Frag, wie der Anbieter zu Erkenntnissen kommt. Wer ausschließlich mit Erfahrung und Geschmack argumentiert, ohne je mit Nutzern gesprochen zu haben, macht Gestaltung, nicht UX. Lass dir eine Fallstudie zeigen, in der ein Ergebnis gemessen wurde — Abbruchquote, Bearbeitungszeit, Fehlerzahl. Kläre, ob Tests im Angebot enthalten sind, und plane sie ausdrücklich ein. Und achte darauf, dass der Anbieter dir widerspricht, wenn deine Vorgabe der Nutzung im Weg steht — genau dafür beauftragst du ihn.

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