Wie ein Website-Projekt abläuft und was du vorher klären solltest
Was du bekommst, wenn du eine Website erstellen lässt
Am Ende eines Website-Projekts steht eine laufende Seite auf deiner Domain, die dein Team ohne Programmierkenntnisse selbst pflegen kann. Dazu gehören Seitenstruktur, Gestaltung, technische Umsetzung in einem Content-Management-System, eingepflegte Inhalte, Kontaktformulare, Pflichtseiten und die Einrichtung von Hosting und Backups. Wie viel davon der Anbieter übernimmt und was bei dir bleibt, unterscheidet sich stark und gehört ins Angebot.
Geht es dir vor allem um Logo, Markenauftritt oder das Oberflächendesign einer Software, ist eine Designagentur die bessere Adresse. Ein Onlineshop mit Warenwirtschaft ist ein eigenes Projekt für eine E-Commerce-Agentur.
Wann ein Neubau oder Relaunch ansteht
- Die Seite ist auf dem Smartphone schwer zu bedienen und lädt langsam.
- Änderungen gehen nur über den früheren Dienstleister, weil niemand Zugang zum System hat.
- CMS, Theme oder Plugins bekommen keine Updates mehr.
- Angebot, Standorte oder Positionierung haben sich geändert, die Website erzählt noch die alte Geschichte.
- Du willst Online-Terminbuchung oder Verträge mit Verbrauchern anbieten und musst dafür Barrierefreiheit einplanen.
So läuft das Projekt ab
Zuerst werden Ziele festgelegt: Soll die Website Anfragen bringen, Bewerber gewinnen oder vor allem Vertrauen bei Bestandskunden schaffen? Daraus entsteht eine Sitemap mit allen Seiten und ihrer Hierarchie, oft ergänzt um Wireframes für die wichtigsten Vorlagen. Danach folgen Designentwürfe für Desktop und Mobil, die Umsetzung im CMS, das Einpflegen der Inhalte, Tests auf verschiedenen Geräten und der Launch mit Schulung.
Der häufigste Grund für Verzögerungen liegt nicht beim Anbieter, sondern bei den Inhalten. Texte für Leistungen, Team und Referenzen, aktuelle Fotos und Freigaben brauchen intern mehr Zeit als erwartet. Kläre früh, ob du Texte selbst schreibst, ob der Anbieter einen Texter mitbringt und ob ein Fotoshooting nötig ist.
WordPress, Webflow oder Headless
WordPress ist Open Source, lässt sich bei beliebigen Hostern betreiben und über Plugins erweitern. Dafür müssen Kern, Theme und Plugins regelmäßig aktualisiert werden, sonst entstehen Sicherheitslücken. Webflow bündelt Hosting, Plattform-Updates und visuellen Editor in einem Abo; der Wechsel zu einem anderen System ist aufwendiger, weil sich die Seite nur eingeschränkt exportieren lässt. TYPO3 wird eher bei größeren Organisationen mit vielen Redakteuren und Rechten eingesetzt. Ein Headless CMS trennt Inhaltsverwaltung und Ausgabe, was sich lohnt, wenn dieselben Inhalte auch in einer App oder mehreren Portalen erscheinen, bringt aber mehr Entwicklungs- und Pflegeaufwand mit.
Pflichtangaben und Barrierefreiheit
Geschäftsmäßige Websites brauchen ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, das leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar ist, sowie eine Datenschutzerklärung. Werden Tracking- oder Marketing-Cookies gesetzt oder Inhalte von Drittanbietern geladen, ist nach § 25 TDDDG in der Regel eine aktive Einwilligung nötig; technisch unbedingt erforderliche Cookies sind ausgenommen. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betrifft Websites, über die Verbraucher Verträge schließen können, etwa Buchungen oder Bestellungen. Die Texte selbst verantwortest du; ein Webdesigner ersetzt keine Rechtsberatung.
Welche Anbieter es gibt
- Freelancer: gut für klar umrissene Unternehmenswebsites mit überschaubarer Seitenzahl. Vertretung bei Krankheit und langfristige Wartung vorher klären.
- Webdesign-Agentur: Konzept, Design, Umsetzung und Betreuung aus einem Team, sinnvoll bei Relaunch, Mehrsprachigkeit oder vielen Seitentypen.
- Full-Service-Agentur: zusätzlich Text, Fotografie, Suchmaschinenoptimierung und Kampagnen, wenn der Launch direkt Reichweite bringen soll.
- Baukasten mit Einrichtungshilfe: günstig für eine einfache Präsenz, aber Design, Funktionen und Umzugsfähigkeit sind durch die Plattform begrenzt.
Was du vor der Anfrage vorbereiten solltest
- Ziel der Website und woran du Erfolg messen willst
- Adresse der bestehenden Seite und was daran stört
- Grobe Liste der gewünschten Seiten und Funktionen, etwa Karrierebereich, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit
- Welche Texte, Fotos und Logodateien vorhanden sind
- Wer Domain und Hosting heute verwaltet
- Wer später Inhalte pflegt
- Budgetrahmen, Wunschtermin für den Launch und wer freigibt