Welche Aufgaben eine Social-Media-Agentur übernimmt
Worum es im Alltag geht
Eine Social-Media-Agentur betreut Unternehmensauftritte auf Plattformen wie Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok oder YouTube. Das Paket besteht meist aus mehreren Bausteinen, die nicht jedes Angebot vollständig enthält: Kanalstrategie und Redaktionsplan, Produktion der Beiträge, Community Management, bezahlte Anzeigen und Auswertung. Vergleiche Angebote deshalb Baustein für Baustein und nicht nach der Anzahl der Posts pro Monat.
Typische Auslöser
- Die Kanäle existieren, werden aber unregelmäßig und ohne Plan bespielt.
- Offene Stellen bleiben unbesetzt, Jobportale liefern kaum passende Bewerbungen.
- Kommentare und Direktnachrichten, auch Beschwerden, bleiben tagelang liegen.
- Ein Produktlaunch soll über Creator und Anzeigen bekannt werden.
- Beiträge erreichen fast nur bestehende Follower, neue Zielgruppen kommen nicht dazu.
Organischer Content und Paid Social
Organische Beiträge bauen Vertrauen und Wiedererkennung auf, erreichen aber überwiegend Menschen, die dir schon folgen. Neue Zielgruppen sprichst du planbar über Anzeigen an, etwa im Meta-Werbeanzeigenmanager für Facebook und Instagram, im LinkedIn Campaign Manager oder bei TikTok Ads. LinkedIn ist im B2B interessant, weil sich Anzeigen nach Branche, Unternehmensgröße, Jobbezeichnung, Karrierestufe oder Kenntnissen ausrichten lassen. Eine Zielgruppe muss dort mindestens 300 Mitglieder umfassen. In der Praxis greift beides ineinander: Beiträge, die organisch gut ankommen, werden als Anzeige weiterverbreitet.
Redaktionsplan, Produktion und Community
Der Redaktionsplan legt Themen, Formate, Kanäle, Termine und Freigaben fest. Produziert werden Grafiken, Karussells, Reels und TikTok-Videos, Texte und Stories, oft mit Smartphone und schlanker Technik. Für aufwendige Imagefilme oder Produktshootings mit Team ist eine Foto- und Videoproduktion die passendere Wahl. Community Management bedeutet: Kommentare und Nachrichten beantworten, Anfragen an Vertrieb oder Service weitergeben, Spam und Beleidigungen nach festen Regeln moderieren und bei Kritikwellen mit abgestimmten Antworten reagieren.
Social Recruiting
Stellenanzeigen auf Instagram, Facebook, TikTok oder LinkedIn erreichen auch Menschen, die gerade nicht aktiv suchen. Entscheidend ist die Strecke nach dem Klick: Statt Lebenslauf und Anschreiben vorab funktionieren kurze Bewerbungsformulare mit wenigen Qualifizierungsfragen besser. Die Plattformen schränken bei Stellenanzeigen die Ausrichtung nach Alter und Geschlecht ein, das muss in die Planung einfließen.
Rechtliche Pflichten auf Profilen
Geschäftliche Profile brauchen ein Impressum nach § 5 DDG. Die IHK Mittlerer Niederrhein nennt ausdrücklich Auftritte auf Facebook, Xing und LinkedIn, die Angaben müssen leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Nach dem Fanpage-Urteil des EuGH (C-210/16) bist du zudem für bestimmte Seitenstatistiken gemeinsam mit dem Plattformbetreiber verantwortlich, weshalb eigene Datenschutzhinweise nötig sind.
Bei Influencer-Kooperationen verlangt § 5a Abs. 4 UWG, den kommerziellen Zweck kenntlich zu machen. Nach dem Leitfaden der Medienanstalten gehört bei Bild- und Textbeiträgen „Werbung“ oder „Anzeige“ an den Anfang. Das gilt auch für kostenlos überlassene Produkte, wenn an die Veröffentlichung eine Erwartung geknüpft ist. Unklare Kürzel wie „ad“ oder „sponsored by“ reichen nicht. Das ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.
Welche Anbieter es gibt
- Content-Freelancer: für Grafiken, Kurzvideos und Texte, wenn Strategie und Freigaben intern liegen.
- Community Manager: für tägliche Moderation und Antworten, oft auch mit Wochenend- oder Randzeiten.
- Social-Ads-Spezialisten: für Kampagnen mit messbarem Ziel wie Leads, Bewerbungen oder Shop-Umsatz.
- Influencer-Agenturen: für Creator-Auswahl, Verträge, Briefings und Kennzeichnung.
- Full-Service-Social-Media-Agenturen: wenn Planung, Produktion, Community und Anzeigen zusammen laufen sollen.
Was du vor der Anfrage vorbereiten solltest
- Ziel je Kanal: Bewerbungen, Leads, Shop-Umsatz, Anfragen per Nachricht oder Bekanntheit in einer Region.
- Welche Profile es gibt und wer dort Administratorrechte hat.
- Wer intern Beiträge freigibt und wie schnell.
- Vorhandenes Material wie Fotos, Videos, Logos und die Rechte daran.
- Budget getrennt nach Betreuung, Produktion und Werbebudget.
- Wie viel Zeit Mitarbeitende für Drehs oder Interviews einbringen können.