Was eine Foto- und Videoproduktion für Unternehmen umfasst
Mehr als ein Drehtag
Eine Foto- oder Videoproduktion liefert Bild- und Bewegtbildmaterial, das dein Unternehmen auf Website, Karriereseite, Social Media, Messen oder in Präsentationen nutzt. Der sichtbare Teil ist das Shooting oder der Dreh. Davor und danach liegt oft der größere Aufwand: Konzept, Organisation, Schnitt, Bearbeitung und die Klärung, wer das Material wo und wie lange verwenden darf.
Typische Auslöser
- Die Website wird neu aufgesetzt und die vorhandenen Fotos passen nicht mehr zu Team, Räumen oder Marke.
- Offene Stellen bleiben lange unbesetzt und du willst Bewerbern den Arbeitsalltag zeigen statt ihn zu beschreiben.
- Ein neues Produkt braucht Freisteller für den Shop, Anwendungsfotos und ein kurzes Produktvideo.
- Marketing will regelmäßig Hochformat-Clips für Instagram, TikTok oder LinkedIn, hat intern aber weder Zeit noch Technik.
- Eine Messe, ein Jubiläum oder eine Werkseröffnung soll dokumentiert werden.
Die Phasen einer Videoproduktion
In der Vorproduktion werden Ziel, Zielgruppe und Kanäle geklärt. Daraus entsteht ein Konzept oder Treatment, bei Spielszenen ein Drehbuch, oft ein Storyboard und am Ende eine Shotlist mit Drehplan: wer wann wo was filmt. Dazu gehören Motivbesichtigung, Casting oder die Auswahl von Mitarbeitern vor der Kamera und die Abstimmung mit Betriebsabläufen, etwa wenn in der Produktion gedreht wird.
Der Dreh selbst ist meist die kürzeste Phase; für Unternehmensfilme im Mittelstand werden häufig ein bis drei Drehtage angesetzt. In der Postproduktion folgen Rohschnitt, Korrekturschleifen, Feinschnitt, Farbkorrektur, Tonmischung, Musik, gegebenenfalls Sprecher, Grafiken und Untertitel. Weil viele Feeds stumm abgespielt werden, sind eingebrannte Untertitel für Social-Media-Schnitte fast Pflicht.
Formate früh festlegen
Website und YouTube arbeiten mit 16:9, Reels, TikTok und Shorts mit 9:16, Feeds oft mit 4:5 oder 1:1. Wer das vor dem Dreh weiß, kann so filmen, dass aus einem Drehtag mehrere Fassungen entstehen, ohne dass beim Umschneiden wichtige Bildteile verloren gehen.
Rechte, die du klären musst
Der Fotograf oder die Produktion bleibt Urheber; du erhältst Nutzungsrechte, die zeitlich, räumlich und inhaltlich begrenzt sein können. Eine Nutzung nur online kostet in der Regel weniger als ein unbefristetes, ausschließliches Recht für Print, Werbung und Online. Musik braucht eine Lizenz, die die Verbindung mit Bild abdeckt; die Musikbibliotheken von Instagram oder TikTok reichen für Werbung in der Regel nicht aus.
Bei Mitarbeiterfotos und -videos gilt das Recht am eigenen Bild. Üblich ist eine schriftliche, freiwillige Einwilligung mit klarem Zweck und Hinweis auf das Widerrufsrecht. Was nach einem Widerruf oder Ausscheiden passiert, solltest du vorab mit deinem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung klären.
Für Drohnenaufnahmen muss der Betreiber in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt registriert sein, sobald die Drohne 250 Gramm oder mehr wiegt oder eine Kamera hat. Je nach Unterkategorie (A1, A2, A3) sind ein Kompetenznachweis und Mindestabstände zu unbeteiligten Personen nötig. Frag den Anbieter nach Registrierung und Nachweis.
Welche Anbieter es gibt
- Einzelfotografen eignen sich für Mitarbeiterporträts, Reportagen, Events und Produktfotos. Viele sind auf ein Feld spezialisiert, etwa Architektur, Food oder Industrie.
- Videografen drehen und schneiden allein oder zu zweit. Gut für Interviews, Eventclips und laufenden Social-Media-Content mit überschaubarem Aufwand.
- Filmproduktionen stellen Regie, Kamera, Licht, Ton und Postproduktion als Team. Sinnvoll bei Imagefilmen, Werbespots und Drehs mit Darstellern oder mehreren Locations.
- Content-Agenturen kombinieren Konzept, Foto, Video und oft Redaktionsplan, wenn du laufend Material brauchst.
- Animationsstudios erstellen Erklärvideos und 2D- oder 3D-Animationen ganz ohne Dreh.
Geht es vor allem um Kampagnensteuerung, Anzeigen und Reichweite, passt eher eine Online-Marketing-Agentur. Für Logo-Animationen oder Motion Design im Rahmen eines Corporate Designs ist eine Designagentur oft der bessere Ansprechpartner.
Was du vor der Anfrage vorbereiten solltest
- Ziel und Zielgruppe: Bewerber, Kunden, Investoren, interne Kommunikation
- Kanäle und Formate, in denen das Material laufen soll
- gewünschte Länge bzw. Anzahl Bilder und Fassungen
- Drehorte, Anzahl Personen vor der Kamera, mögliche Termine
- Nutzungsdauer und -umfang (online, Print, Werbung, Messe)
- vorhandene Vorgaben wie Corporate Design, Schriften, Beispiele, die dir gefallen
- Budgetrahmen und Deadline