Was eine E-Commerce-Agentur in deinem Shopprojekt übernimmt
Mehr als ein Theme und ein Warenkorb
Eine E-Commerce-Agentur plant, baut und betreut Onlineshops auf Systemen wie Shopify, Shopware, WooCommerce oder Adobe Commerce. Die wichtigsten Entscheidungen fallen früh und wirken jahrelang: Welches System passt zu Sortiment, Geschäftsmodell und internen Abläufen? Wie kommen Artikel, Preise und Bestände aus der Warenwirtschaft in den Shop? Und wer kümmert sich nach dem Go-live um Updates und Fehler?
Die Systeme unterscheiden sich vor allem im Betriebsmodell. Shopify ist eine gehostete Software: Hosting und Sicherheitsupdates liegen beim Hersteller, erweitert wird über Themes und Apps, dafür gibt das System manches vor, etwa feste URL-Muster wie /products/. WooCommerce ist ein Plugin für WordPress. Hosting, Backups, Updates und Plugin-Konflikte liegen bei dir oder deinem Dienstleister. Shopware 6 gibt es als kostenlose Community Edition zum Selbstbetrieb und in kostenpflichtigen Plänen, deren höhere Stufen B2B-Funktionen wie Angebotsmanagement und Freigabeprozesse enthalten. Adobe Commerce ist die kostenpflichtige Enterprise-Variante von Magento mit eingebauten B2B-Funktionen wie Firmenkonten und verhandelbaren Preisen, Magento Open Source ist die frei nutzbare, selbst gehostete Basis.
Typische Auslöser für ein Projekt
- Der alte Shop läuft auf Shopware 5 oder einer veralteten Magento-Version, und Plugins sind nicht mehr kompatibel.
- Lizenz- oder Betriebskosten passen nicht mehr zum Umsatz, oder das System bremst bei Traffic-Spitzen.
- Geschäftskunden sollen online bestellen, mit Kundenpreisen, Staffeln und Freigaben.
- Ein neues ERP wird eingeführt, oder der Shop soll neue Länder, Sprachen und Marktplätze bedienen.
- Rechtliche Änderungen müssen umgesetzt werden, zuletzt der Widerrufsbutton, der seit dem 19. Juni 2026 für Verbrauchergeschäfte vorgeschrieben ist, oder Anforderungen aus dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
Was die Agentur konkret erledigt
Zum Leistungsumfang gehören meist Anforderungsanalyse und Systemempfehlung, Theme- oder Frontend-Entwicklung, Checkout mit Zahlungsarten und Versandregeln sowie Schnittstellen zu ERP, PIM, Versanddienstleistern und Marktplätzen. Danach folgen Tests mit echten Bestellungen, Go-live, Wartung und oft laufende Conversion-Optimierung.
Bei einer Migration ist der Datenumzug nur ein Teil. Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellhistorie lassen sich übertragen. Andere Dinge nicht: Shopwares Migrationsassistent übernimmt zum Beispiel keine Themes, keine Flows und keine Daten aus eigenen Plugin-Tabellen. Beim Wechsel zu Shopify müssen Kunden in der Regel neue Passwörter vergeben. Kritisch für die Sichtbarkeit ist die Redirect-Map: Jede alte Produkt-, Kategorie- und Inhalts-URL braucht eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Dazu kommen Produktfeeds, Google Merchant Center und Werbekonten, die auf die neuen URLs zeigen müssen.
Welche Anbieter es gibt
- System-spezialisierte Agentur: konzentriert sich auf ein oder zwei Systeme, oft mit Partnerstatus beim Hersteller. Passt, wenn die Systementscheidung steht und Tiefe bei Plugins, Apps oder Migration gefragt ist.
- Full-Service-E-Commerce-Agentur: verbindet Technik, Design, Content und Vermarktung. Sinnvoll, wenn du Relaunch und laufende Weiterentwicklung aus einer Hand willst.
- Freelancer: gut für klar umrissene Aufgaben wie Theme-Anpassungen, ein Plugin oder einen kleinen WooCommerce-Shop. Kläre, wer bei Ausfall vertritt.
- Performance-Agentur: betreut Ads, Produktfeeds und Marktplatz-Kampagnen. Ist dein Shop technisch in Ordnung und es fehlt nur Reichweite, passt eher eine Online-Marketing-Agentur.
Brauchst du keinen Shop auf einem Standardsystem, sondern etwa ein eigenes Kundenportal oder einen komplexen Produktkonfigurator als Individualsoftware, ist Softwareentwicklung der passendere Weg.
Was du vor der Anfrage klären solltest
- Aktuelles System mit Version und installierten Erweiterungen
- Anzahl Artikel und Varianten, Sprachen, Länder, Währungen
- B2C, B2B oder beides, mit Besonderheiten wie Kundenpreisen
- Angebundene Systeme: ERP, PIM, Payment, Versand, Marktplätze
- Liste wichtiger URLs, zum Beispiel aus der Google Search Console
- Wunschtermin mit Blick auf Saisonspitzen, grober Budgetrahmen
- Wer den Shop nach dem Launch betreibt: dein Team oder die Agentur
Je konkreter diese Punkte sind, desto belastbarer werden Aufwandsschätzung und Systemempfehlung.